Transparente Kunst von Nabo Gaß

(Text honorarfrei)

 

Vor Nabos Atelier fließt der Rhein mit weitläufigen Flussauen, die eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt beherbergen. Jedes Frühjahr verirren sich Vogelkinder bei ihren ersten Flugversuchen in die gläserne Halle des Künstlers. Eines davon, die Krähe Raba, ist geblieben und weicht ihm seit 7 Jahren nicht von der Seite.

 

In dieser Idylle entstehen die transparenten Werke des Künstlers, der vor vielen Jahren von der schwäbischen Alb nach Wiesbaden kam, um den Beruf des Glasmalers zu erlernen.

Während seines anschließenden Studiums an der Hochschule der Künste Berlin experimentierte er mit unterschiedlichen Materialien, aber das Glas als Ideenträger hat ihn immer wieder fasziniert.

Neben den freien Arbeiten entwirft er Bilder für Fenster und Türen, sowie Raumteiler und Lichtdecken, Auftragsarbeiten, die er in seinem Atelier ausführt.

In moderner Glasarchitektur vermitteln die durchschaubaren Raumelemente zwischen drinnen und draußen, ziehen bewusst den bewegten Hintergrund in die Bildgestaltung mit ein. "Für mich", stellt Nabo klar, "ist es weniger aufregend, mit dem Pinsel eine eigenständige Realität entstehen zu lassen, als vielmehr in die uns umgebende Wirklichkeit hineinzumalen."

Auf mehreren Ebenen, packt er Farbglaszeichnungen zwischen partiell gesandstahlte Scheiben. So entstehen vielschichtige Werke, in denen sich der Künstler mit der Komplexität seiner Zeit auseinandersetzt.

„Kein anderes Material erlaubt so geschickt und einfühlsam das zu realisieren, was wir gemeinhin unter Ambivalenz verstehen. 

Glas ist nicht nur transparent, ermöglicht Durchblick und Weitblick, es verbindet auch unterschiedliche Ebenen und visualisiert die Vielfalt des 

Lebens."

 

Um seine Ideen mit dem fragilen Material umsetzen zu können, hat er mit schwäbischem  Erfindergeist neue Verfahren der Glasgestaltung entwickelt: Malen mit gemahlenem Farbglas und eine fotogenaue Sandstrahltechnik zählen zu seinen Erfindungen. Ursprünglich patentierte Verfahren hat er inzwischen freigegeben, damit sie auch von anderen in der Anwendung weiter entwickelt werden können. Außerdem:

 

„Nicht die Technik ist für ein Werk entscheidend, sondern die Idee und die künstlerische Aussage“.

Für seine Gestaltungsvorschläge für Solarfassaden erhielt er den Innovationspreis der Glastec in Düsseldorf. Die erste Umsetzung folgte 2012. Nach seinem Entwurf entstand ein gläsernes Hochregallager, das nicht nur optisch fasziniert, sondern auch eine so hohe Energieeffizienz hervorbringt, dass die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen das Solargebäude mit Gold auszeichnete. Für die Schönheit des Gebäudes gab es 2012 den Architekturpreis der Deutschen Pfandbriefbank und eine Anerkennung des BDA Münsterland.

 

Zahlreiche Ausstellungen und die Präsenz auf den Kunstmessen in Karlsruhe, Den Haag und Seoul brachten internationale Anerkennung und Auszeichnungen u.a. vom Corning Museum New York.

 

Weitere Infos: Uferatelier, Gabi Gaß / 017623264375